gemeinnütziger Tierschutzverein - Hilfe für Hunde in Not

Montefranco

Claudia, unsere Kollegin vor Ort in Italien, hat uns gebeten, sie bei dem Projekt Montefranco zu unterstützen. Noch gibt es keine aktuellen Bilder von dort, doch der folgende Bericht von Claudia gibt Ihnen einen kleinen Einblick in die schwierige, bürokratische und oftmals langwierige Tierschutzarbeit, die getan werden muss, BEVOR wir überhaupt den Hunden helfen können.


Zitat Claudia:
„Montefranco ist eine kleine Gemeinde in der Region Umbrien, wo eigentlich der Heilige Franz von Assisi herkommt. Leider ist genau diese Region eine der Schlimmsten in Italien. Da es dort sehr waldreich ist, hat jeder zweite Umbrer ein Gewehr und einen bedauernswerten Jagdkollegen auf vier Beinen. Die Haltung ist denkbar schlecht und die Tiere führen ein schreckliches Leben. Wenn sie nicht eine Kugel von ihrem „liebevollen“ Besitzer einfangen, landen sie in überfüllten Canili. So ist das oft in Italien. Montefranco ist da keine Ausnahme und der kleine Ort muss für über 40 Hunde aufkommen.

Wie kommen wir nach Montefranco? Da muss ich ein bisschen weiter ausholen. 2012 wurde ich von umbrischen Tierschutzorganisationen angezeigt, die es gar nicht gerne sehen, dass Hunde nach Deutschland vermittelt werden. In Italien gibt es böse Gerüchte über Deutsche und die Hunde, die nach Deutschland vermittelt wurden. Es wurden Carabinieri, Forstpolizei, Staatspolizei (wer auch immer) beauftragt, gegen mich zu ermitteln! Bei der so genannten Forestale arbeitete eine junge Beamtin, die versuchte herauszufinden, was denn mit den italienischen Hunden in Deutschland passieren würde und war im Zuge dieser Ermittlungen mehr als beruhigt, als sie herausfand, dass bei uns nach bestem Wissen und Gewissen Familien für die Hunde gesucht und auch gefunden werden. Es vergingen ein paar Monate und besagte Beamtin wurde Bürgermeisterin der kleinen Gemeinde Montefranco. Unter anderem hatte sie ihren Wahlkampf auf das Wohl der Hunde gebaut, die sie aus dem Canile holen wollte. Eine ihrer ersten Amtshandlungen bestand darin, mich und meine Anwältin zu kontaktieren, um schriftlich eine Zusammenarbeit festzulegen, um die Hunde ihrer Gemeinde, die seit Jahren vergessen waren, eine Chance auf ein neues Leben zu geben! Gesagt, getan und im Februar 2015 fuhren Sabine (Vorstand pro-canalba e. V.) und ich – eskortiert von der lokalen Polizei – ins Canile, wo wir schon erwartet wurden und machten uns daran, eine fotografische und auch schriftliche Aufstellung aller Hunde zu machen, um so bald als möglich loszulegen und sie alle auf der Webseite vorzustellen.

Hund Montefranco 1

– besichtigen –

Hund Montefranco 2

– beschreiben –

Hund Montefranco 3

– fotografieren –

Was passierte? Kaum wurde bekannt, dass die Gemeinde eine Zusammenarbeit mit dem Ausland anstrebte, wurden wir sofort angezeigt. Nicht nur wir, sondern auch die Gemeinde Montefranco, weil diese die Hunde angeblich verkaufen wollte. Und ich bekam mehrere Anzeigen wegen absurdesten Gründen, die man unter anderem auch in verschiedenen Pressemitteilungen lesen kann. Wir haben auf diese unhaltbaren Anschuldigungen geantwortet und der Richter hat im November 2015 die Klage eingestellt. Jetzt können wir loslegen und auch für diese Hunde ein zu Hause suchen, da sie in ihrem eigenen Land keine Chance haben. Die Bürgermeisterin will übrigens persönlich einige Hunde besuchen, die in Deutschland ein zu Hause gefunden haben (was auch im September 2016 passiert ist)– einerseits, weil Gemeinden verpflichtet sind, ihre Hunde (egal, wo in der Welt) zu kontrollieren, andererseits, weil sie sich sehr freut nach Deutschland zu reisen und glückliche Hunde zu sehen, die sie persönlich schon seit Jahren nur hinter Gittern kennt, weil sie niemanden findet, der die armen Tiere adoptieren möchte, obwohl es so tolle Hunde sind!“


Wir werden dieses Projekt vorantreiben, unterstützen und hoffentlich bald mit Ihnen zusammen in unserem Happy End darüber berichten können.

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