gemeinnütziger Tierschutzverein - Hilfe für Hunde in Not

„Werbung“ für die Alterchen und Hospitzhunde – Bericht einer Adoptantin.

Liebe Leute und vor allem Familien da draußen!!!

Als ich den Bericht über die Alterchen und Hospitzhunde auf facebook entdeckt und gelesen habe, dachte ich, daß dem nichts mehr hinzuzufügen sei…. -Stephanie Meusel hat alles gesagt, was es zu dem Thema zu sagen gibt, aber dann….

Wollte ich doch noch etwas dazu sagen, denn ich kann und möchte gerne unsere Erfahrungen als Familie mit rel. kleinem Menschenkind(6 Jahre) und schon vorhandenem Zoo von Wachteln, Enten, Gänsen, Ziegen über Katzen, weitere Hunde -bis zu Pferden mit allen Interessierten und Zweifelnden teilen.

Als Mama und „Zoowärterin verschiedenster Arten“ weiß ich sehr wohl von den -auch angebrachten Bedenken- vor der Adoption eines alten Hundes!!! Auch ich habe mir eine Million mal die Fragen gestellt über den Sinn oder Unsinn ein altes Tier aufzunehmen. Da wären die Dinge wie Vorgeschichte der Nase, die Belastung für den Hund selbst nach Jahren nochmal eine komplette Lebensumstellung durchmachen zu müssen…-und schlussendlich die Frage, wie kommen wir und v.a. unser Sohnemann damit klar, wenn sein Freund auf Pfoten bald wieder sterben muß?!?!
Alle diese Überlegungen haben mich Jahre davon abgehalten einem alten Hund ein Zuhause zu geben.

…Und dann kam unsere erste Lektion: Bei einer unserer Hündinnen wurde im Alter von nicht mal 6 Jahren eine Krebserkrankung diagnostiziert mit einer Lebenserwartung von noch 6-12 Wochen mit Chemotherapie ungefähr 9 Monate! (Die übrigens heute noch lebt!!!) Unsere 2. Hündin starb innerhalb weniger als 4 Wochen an einem Ostheosarkom im Alter von neun Jahren.
FAZIT: Das mit der „langen Lebenserwartung“ bei jüngeren Hunden ist kein „Gesetz“!!!

Zweite Lektion: Die Überlegungen mit den Mehrkosten eines alten Hundes!
Mein Mann hatte sich für einen 5 Monate alten Hund entschieden, der absolut gesund hier ankam -dann allerdings nach einigen Wochen eine Rückenmarksentzündung entwickelt hat. Die Kosten der Diagnostik und darauffolgenden Behandlung und Kontrollen beliefen sich innerhalb von 6 Monaten auf ca. 2000 Euro.
FAZIT: Ein junger Hund kann genau so viel oder weniger Kosten verursachen wie ein Alterchen!!

Dritte Lektion: Vorgeschichte hin oder her-hier steht und fällt alles mit den Vermittlern und der Seriosität des Vereins! Ich habe früher selbst mit Hunden Adoptionshunden aus dem Ausland gearbeitet, da Adoptanten vor einem schier unüberwindbarem Berg vor Problemen standen, die diese Hunde mitbrachten. Auch habe ich Familien mit Kindern oftmals zur Abgabe des Hundes geraten, da die Gefahr eines wirklich schwerwiegenden Vorfalls absehbar war. Solche Dinge sind immer grausam für die neuen Familien, wie letztendlich auch den armen Nasen, die somit zum „Wanderpokal“ geworden sind.
FAZIT: „TRAU-SCHAU-WEM“!!! Es gibt viele Vereine, die vermitteln um jeden Preis, aber damit nur mehr Schaden anrichten, da eine so geschädigte Familie nie wieder einen Auslandshund adoptieren wird und die betroffene Nase einmal mehr enttäuscht und rumgeschubst wird! Pro-canalba leistet da wirklich ganze Arbeit und ist der Verein meines Vertrauens!!!

Und dann das wohl letzte Thema: „KURZE ZEIT“!!!

Es ist nicht schön einen Hund zu verlieren und es ist für Eltern nicht schön, ihre Kinder deshalb traurig zu sehen…. aber mal ehrlich: Ist es nicht die Angst der Erwachsenen, die den Kindern Angst vor dem Tod macht?!?!

Als wir unseren ersten alten Hund (siehe HAPPYEND-ERIC! ) adoptierten, war unser Sohnemann 4 Jahre alt und er wurde von uns vorab schon drauf vorbereitet, daß man nicht wissen kann wie lange so ein Hundeopa bei uns bleibt um dann auf die große-grüne Wiese ohne Zäune weiterzuziehen. Wir als Eltern haben unseren Sohnemann einfach immer mal wieder dran erinnert, daß Eric schon uralt ist und es immer sein kann, daß er „verschwindet“ und als dann der Tag kam, war ich….-wie soll ich sagen: erstaunt, berührt-fast begeistert….mit welcher Selbstverständlichkeit und Normalität unser Kleiner damit umgeht.

Es war alles so einfach: Eric ist auf der großen-grünen Wiese und für seine Hülle bauen wir jetzt ein Grab: Wir gruben gemeinsam, ein „lachender Smily“ in die Seitenwand des Grabs geritzt, bissl Stroh hinein, Eric`s Hülle samt gesammelter Blumen, Kräuter und Tennisball hineingelegt und zugeschaufelt. ….Natürlich bin ich auch nur ein egoistischer Erwachsener, der über seinen Verlust etwas weinen musste und da kam das prägenste Erlebnis zum Thema „wie erklär ich es dem Kind“: Unser Nahel stand hinter mir und war wohl etwas verunsicht wegen meiner Heulerei und sagte: „Mama, etz sei doch nicht traurg-der Eric war so alt und jetzt können wir wieder einen anderen Hundeopa retten und noch ein schönes Leben machen.“

….Und er hat Recht!!!!

Einige Monate später adoptierten wir dann STOMP und er blieb leider nur 2 Tage. Das war hart für unseren Kleinen und es flossen diesmal bittere Tränen. Aber nicht, wie wir Großen meinen-weil der Bub weg ist, sondern weil der „dumme Hund“ nicht mitgemacht hat-obwohl doch unser Kleiner ihm gesagt hat, daß er ihm seine Schule, den Weiher….die nächsten Tage zeigen wird. Aber da sind dann wir Großen gefragt um die Kinder dran zu erinnern, daß ein alter Körper manchmal einfach nimmer kann, egal wie es sich „der Kopf“ wünscht.

………..Und auch jetzt war wieder unser Sohnemann die treibende Kraft wieder ein Alterchen aufzunehmen!!! Am Abend nach Stomp`s Abschied verlangte er dann von mir, daß ich ihm die „pro-canalba-opa-seite“ in den Computer eingebe und er guckt mal, welcher Hund am dringendsten ein Zuhause braucht!

Und somit wird in den nächsten Tagen wieder ein uralter Hund in unsere Familie einziehen und wir freuen uns wie verrückt auf unseren TRULL!!!

Also liebe Mamas und Papas und solche die es irgendwann werden/werden wollen:

Nehmt Euren Kindern die Angst vor dem Sterben-zeigt ihnen, daß der Tod auch zum Leben gehört und adoptiert ein Alterchen, die wirklich gaaaanz besondere Hunde sind!!!